Endlich hältst du dein neues Snowboard in den Händen. Die Freude ist groß, und am liebsten möchtest du damit sofort auf den Berg. Bevor du dich in Schale wirfst, musst du aber noch die Snowboardbindung einstellen. Mit den Tipps und Tricks der Snowboard-Experten von INTERSPORT Rent ist das ganz einfach.
Eines vorweg: Richtig oder falsch gibt es beim Einstellen der Snowboardbindung nicht wirklich. Vieles hängt vom Fahrer, den körperlichen Eigenschaften und dem Fahrstil ab, um die Bindung optimal zu montieren und einzustellen. Und das unabhängig davon, ob du als Freestyler im Park, knöcheltief im Powder oder auf der Piste unterwegs bist. Hinzu kommt, dass die eingestellte Bindung im Optimalfall auch zum Charakter deines Boards passt.
Das Einstellen der Snowboardbindung ist übrigens für Damen und Herren gleich. Das Einzige, was zählt, ist deine Intention mit dem Board. Park, Piste, Powder – alles ist möglich. Und die richtige Montage und die entsprechenden Einstellungen helfen dir dabei. Los geht’s.
Das Einstellen der Bindung verläuft in zwei Schritten:
Tipp: Auf neuen Snowboards ist der „Reference Stance“ meist durch eine Markierung am zweiten und vierten Schraubloch gekennzeichnet. Diese klassische Position empfehlen Hersteller im Allgemeinen für Snowboard-Anfänger und all jene, die gerne auf verschiedenen Terrains unterwegs sind (All-Mountain-Fahrer).
Im Shop fragen dich unsere RENTertainer häufig zu Beginn nach Goofy oder Regular. Damit versuchen sie nicht deine Disney-Fachkompetenz auf die Probe zu stellen. Beide Begriffe stehen für Ausrichtungen auf dem Board. Oder einfacher ausgedrückt: Welcher Fuß ist beim Fahren vorne?
Tipp: Wenn du noch nicht weißt, wie du auf dem Brett stehst, kann der berühmte „Schubstest“ Aufschluss geben. Lass dich von jemandem unerwartet nach vorne schubsen. Der Fuß, mit dem du zuerst auftrittst, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit jener, der später am Board vorne steht.
Falls du ein Skateboard zur Hand hast, kannst du dich auch einfach draufstellen und ein paar Meter pushen. Abhängig davon, in welcher Position du dich sicherer fühlst, solltest du deine Bindungen entsprechend ausrichten.
Darüber hinaus gibt es noch den Begriff Switch. Wer Switch fährt – ungeachtet ob Regular oder Goofy – hat seinen ungewohnten Fuß vorne (somit fährt man in dem Moment „rückwärts zur normalen“ Fahrtrichtung).
Sobald du weißt, mit welchem Fuß du vorne stehen wirst, bestimmen wir die Standbreite. Dabei gelten folgende Regeln:
Der Versatz bestimmt, wie weit du deine Bindung nach vorne oder nach hinten vom Mittelpunkt aus montierst. Die Position selbst wird von zwei Aspekten bestimmt:
Schauen wir uns deinen Stance Setback für unterschiedliche Stile an. Für Damen und Herren gelten übrigens die gleichen Regeln, wenn du deine Snowboardbindung einstellst.
Möchtest du gern mehr über die unterschiedlichen Snowboard-Arten wissen? Dann lies dir unsere allgemeine Info über Snowboards oder unsere Tipps für den ersten Snowboardkauf durch!
Wir befinden uns jetzt direkt auf der Bindung und auf der Disc. Um die Winkel deiner Bindungen vom Snowboard zu bestimmen, beginne am besten mit einer neutralen Position – also bei 0 Grad. Von dort aus drehst du langsam weiter, bis du die passende Einstellung gefunden hast.
Die Gradangaben auf der Disc reichen von rund minus 20 Grad bis plus 20 Grad. Du kannst also ganz genau ablesen, in welcher Position sich die Bindung befindet.
Tipp: Als Anfänger bleibst du am besten beim neutralen Stance, der ideal zum einfachen Vorwärtsfahren geeignet ist.
Je nach Fahrstil gibt es beim Einstellen der Winkel noch einige Besonderheiten. Falls du die Zeit haben solltest, probiere es gerne aus und experimentiere mit den Bindungen deines Snowboards. Sürze dich danach aber nicht gleich ins schwerste Terrain, sondern gewöhne dich zunächst an die Einstellungen.
Die meisten schwören auf den Duck Stance ihrer Freestyle-Bindung. Das heißt: Die vordere Bindung wird in einen positiven Winkel, die hintere in einen negativen Winkel gestellt. Oft ist der vordere Winkel etwas steiler als der Hintere: Es entsteht eine V-Stellung. Sie eignet sich perfekt zum Rückwärtsfahren sowie für Tricks und für Drehungen, weil sich das Gewicht gleichmäßig am Board verteilt.
Folgende Bindungswinkel sind bei einem Freestyle-Setup zu wählen:
Als Freerider bist du mit einem etwas engeren Stand gut beraten. Dazu montierst du beide Bindungen im positiven Winkel. Mit dieser Position kannst du in den Turns besser Druck auf die Kanten ausüben. Im Zusammenspiel mit einem leichten Stance Setback bekommst du dadurch die perfekte Einstellung für traumhafte Powder-Abfahrten.
Richtwerte für die perfekten Bindungswinkel beim Freeriden:
Wenn du dich nicht auf einen Fahrstil spezialisieren willst, ist ein moderater Duck Stance (siehe oben) mit einem leichten Setback das Richtige für dich. Damit erhältst du einen guten Kantengriff, eine hohe Stabilität und ausreichend Flexibilität für Tricks und Tiefschneeabenteuer.
Das sind die richtigen Bindungswinkel für All-Mountain-Fahrer:
Hast du die Gradzahlen festgelegt, platzierst du die Bindung wieder auf dem Board. Schraube sie an der Disc in den vorher festgelegten Löchern am Snowboard fest! Achte darauf, dass die Bindung waagrecht am Board aufliegt!
Tipp: Pack für deine ersten Fahrversuche mit dem neuen Board ein kleines Werkzeug zum Verstellen der Bindung ein! So kannst du am Berg nötige Veränderungen direkt selbst vornehmen.
Jetzt musst du ledichglich die Bindung an deine Boots anpassen. Danach bleibt nur noch zu hoffen, dass genug Schnee liegt. Im finalen Schritt beim Einstellen deiner Snowboard-Bindung geht es um die Feinjustierung von Highback (die vertikale Platte der Bindung, die an der Wade anliegt und den Unterschenkel stützt) und Straps (Riemen). Hier entscheidest du über Komfort, Kontrolle und Kraftübertragung.
Das Highback sollte so eingestellt sein, dass es flächig an deinem Boot anliegt und den gewünschten Vorlagewinkel (Forward Lean) bietet – je steiler, desto direkter reagiert dein Board, besonders bei Carving-Turns.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Highback-Einstellung
Die Rückenplatte ist dann richtig eingestellt, wenn sie flächig am Boot anliegt, ohne Druckpunkte zu hinterlassen oder zu viel Spielraum zu ermöglichen. Weitere Feinabstimmungen sollten nach einigen Abfahrten überprüft werden.
Neben dem Highback sind auch die Straps entscheidend, wenn es um Komfort und Performance geht. Nachdem du deine Snowboardschuhe richtig angezogen hast, nutze unseren Step-by-Step-Guide:
Falls du dir unsicher sein solltest, wenn es um die passenden Einstellungen deines Snowboards, Schuhe und Bindungen geht, kannst du auch unsere RENTertainer um Rat bitten. Sie sind die Wintersport-Experten in den Shops und mitunter selbst Skilehrer oder Guides. Und solltest du neue Boots benötigen, können wir dir vorab unseren Artikel über Snowboard Boots mit nützlichen Infos und Tipps empfehlen!
Viele Bindungen decken den Bereich von -20 bis +20 Grad an. Dies variiert jedoch je nach Hersteller – auch Werte von -15 bis +30 Grad sind möglich. Abhängig vom Fahrstil, von persönlichen Vorlieben und dem Terrain können sich die Einstellungen unterscheiden.
Während Snowboarder, die viel im Park unterwegs sind, häufig einen Duck Stance (vorderer Winkel positiv, hinterer Winkel negativ) bevorzugen, setzen Freerider auf positive Bindungswinkel vorne wie hinten.
Zu Beginn wird meist eine schulterbreite Beinstellung gewählt, da diese eine gute Balance und Kontrolle bietet. Je nach Fahrstil und Terrain kann die Standbreite jedoch angepasst werden. Snowboarder, die im Park unterwegs sind, bevorzugen beispielsweise einen breiteren Stand, um eine bessere Balance auf Rails zu bekommen.
Der Stance Setback ist abhängig vom Fahrstil und vom Snowboard Typ. Während Boards zum Powdern meist einen leichten Versatz zur Tail haben und so für einen besseren Auftrieb sorgen, ist der Stance Setback bei einem Freestyle Board eher zentral.
Die verbreitetste Methode ist der Schubstest. Nicht erschrecken, wenn der Verkäufer oder ein Freund dich darum bittet, dass du dich kurz umdrehst. Ein kleiner (unvorbereiteter) Schubser genügt meist, dass du einen Schritt nach vorne machst. Der Fuß, mit dem du zuerst auftrittst, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit jener, der später am Board vorne steht: Wenn du mit dem rechten Fuß zuerst auftrittst, bist du Goofy. Setzt du hingegen den linken Fuß zuerst auf, bist du Regular.
Du hast deine Snowboardbindung eingestellt und den perfekten Stance gefunden? Gratulation! Schreibe dir am besten gleich die Winkeleinstellungen und Maße auf! So kannst du dein individuelles Set-up schnell wieder übernehmen, falls die Bindung beim Service mal abmontiert werden muss.
Denk dran: Ziehe alle Schrauben fest, bevor du aufs Snowboard steigst und deine Nose ins Tal richtest. Nur so kannst du sichergehen, dass beim Fahren alles sitzt. Jetzt bist du fertig für die Piste, fürs Gelände oder für Freestyle Tricks im Park.
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